Tradition. Kompetenz. Qualität. Der Zukunft verpflichtet. Schloss Waldleiningen ist eine Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie. Seit über 50 Jahren bietet die Klinik Schloss Waldleiningen Menschen in seelischen Krisen professionelle Hilfe an. Die wohnlich-familiäre Atmosphäre bietet beste Voraussetzungen für effektive psychotherapeutische Arbeit und im Gefüge der historischen Anlage ein ideales Therapieumfeld. Die Klinik befindet sich im Privatbesitz und wird als Familienunternehmen seit Generationen auch mit der ganzen Erfahrung und Verantwortung geführt, die mit einem solchen besonderen Engagement verbunden sind.
Vor 1803 Im hohen Mittelalter war das Haus Leiningen nach den Pfalzgrafen die mächtigste Herrscherfamilie im südlichen Rheinland-Pfalz. Bis 1792 erstreckte sich das Fürstentum Leiningen auf der linken Rheinseite von den Stammlanden um Bad Dürkheim bis nach Lothringen in das Elsass. Die französische Revolution und ihre Folgen setzten der jahrhundertelangen Herrschaft in der Pfalz ein gewaltsames Ende, und Fürst Carl Friedrich Wilhelm zu Leiningen musste sein Land verlassen.
Ab 1803 Im Jahr 1803 bildete der Reichsdeputations- hauptschluss ein neues Fürstentum Leiningen im Odenwald als Entschädigung für die 1793 an Frankreich verlorenen linksrheinischen Stammlande. Den vertriebenen Fürsten wurde neben der Abtei in Amorbach ein ausgedehntes Territorium aus kurmainzischen, würzburgischen und kurpfälzischen Gebieten zugesprochen. Amorbach wurde zum ständigen Domizil der fürstlichen Familie.
1808-1810 Im Herzen des Odenwaldes sollte nach dem Willen des Fürsten Emich Karl zu Leiningen (1763-1814), einem leidenschaftlichen Jäger, ein großer Wildpark entstehen. In den folgenden Jahren wurde in einer parkartigen Landschaft, nach eigenen Entwürfen des musisch veranlagten Fürsten, ganz dem Zeitgeist der Romantik verschrieben, ein märchenhaft anmutendes, burgähnliches gotisches Ruinengemäuer mit Türmchen und Erkern errichtet, das nur für kurze Jagdaufenthalte gedacht war.
Nach 1828 Fürst Carl Emich zu Leiningen (1804-1856), Präsident des ersten Paulskirchenkabinetts (1848) und Halbbruder der Queen Victoria von England, ließ das von seinem Vater angelegte Jagdschloss Waldleiningen im Jahre 1828 abbrechen und eine neue Sommerresidenz im neugotischen Stil errichten, die auch als das deutsche Windsor bezeichnet wird. Neben regierenden Fürsten, Wissenschaftlern, Künstlern und Diplomaten war 1842 König Ludwig I. von Bayern zu Gast bei Fürst Carl in Waldleiningen. Der Bauherr und sein künstlerischer Berater Eckardt hatten sich viele Jahre immer wieder in England aufgehalten und an englischen Schlössern viele architektonische Anregungen aufgenommen. Diese entwickelte Baumeister Karl Brenner weiter und setzte sie ins Werk.
1862/73 Unter Fürst Ernst zu Leiningen (1830-1904), Neffe Königin Viktorias und Admiral in englischen Diensten, fand Waldleiningen mit dem Bau der Kapelle in den Jahren 1862 bis 1866 und des Marstalls 1872/73 seinen Abschluss. Einer der hohen Gäste, der die großräumige Schlossanlage bewunderte, war der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm, der spätere deutsche Kaiser Friedrich III.
Bis 1943 War das Schloss ursprünglich nur für kurze Jagdaufenthalte angelegt, so änderte sich durch den Ausbau sein Charakter, es wurde zu einem Wohn- und Residenzschloss. Besonders der große Wildpark rund um das Schloss zeichnete die Lage der Residenz aus. Das Wild kommt - wie damals schon - vertraut bis auf die Wiesen in unmittelbarer Nähe des Schlosses heran. Die Linden zwischen Schloss und Marstall erinnern an die Geburt Fürst Emichs zu Leiningen (1926-1991) und seiner Geschwister.
1943 - 1956 Ende des 2. Weltkrieges wurde das Schloss von der Wehrmacht beschlagnahmt und als Lazarett genutzt, das 1945 von den Amerikanern übernommen wurde. Damit begann eine neue Zeit. Nach Kriegsende wurde die medizinische Nutzung beibehalten. Fürst Emich entwickelte Schloss Waldleiningen zu einer modernen Reha-Klinik, wobei es auf bewundernswerte Weise gelang, den Charakter der Anlage zu bewahren. In die Privatklinik Schloss-Sanatorium Waldleiningen wurden zunächst unter der Leitung von Dr. med. habil. Straube Patienten mit inneren Erkrankungen sowie Nervenkrankheiten aufgenommen.
1956 - 1961 Am 11.10.1956 wurde das Sanatorium mit Erlass des Regierungspräsidiums Nordbaden als Krankenhaus anerkannt und von da an wurden unter Privatdozent Professor Dr. med. Roemheld internistische und funktionelle Erkrankungen behandelt. Die enge Zusammenarbeit mit einer beratenden Psychologin gewährleistete bereits damals, dass auch psychosomatische Erkrankungen und neurotische Störungen fachkundig therapiert werden konnten. Die medizinische Ausstattung bestand aus Röntgen, EKG, und Labor. Bei der Therapie wurde, dem damals neuartigen ganzheitlichen Behandlungsansatz der psychosomatischen Medizin entsprechend, größter Wert auf eine ganz individuelle Berücksichtigung der körperlichen und seelischen Konstitution des Patienten gelegt.
1961 Seit dem 15. Mai 1961 - Beschluss der Landesversicherungsanstalt Baden vom 20. April 1961 - steht das bis dahin als Privatsanatorium geführte Sanatorium Schloss Waldleiningen den Rentenversicherungsträgern des Bundesgebietes zur Durchführung stationärer Heilbehandlungen zur Verfügung. Unter Federführung der LVA Baden erhielt das Haus die Erlaubnis zur Durchführung von speziellen Heilkuren für Männer und Frauen bei einem vollpauschalierten Pflegesatz von täglich 20,- DM.
Die Heilmaßnahmen erstreckten sich vor allem auf folgende Indikationen: Körperliche Nervenleiden, Vegetative Dystonien, Allgemeine Erschöpfungszustände, Depressionen, Leichtere neurotische Störungen, vor allem Fehlhaltungen und Fehleinstellungen infolge persönlicher und beruf licher Konf likte. Das Spektrum der Indikationen entsprach somit bereits zu diesem Zeitpunkt in weitem Umfang den heute noch behandelten Störungsbildern. Ärztlicher Leiter war Dr. med. habil. Wolfgang Quensel, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Dr. Quensel war u.a. Schüler von Professor Viktor von Weizsäcker, dem Begründer der psychosomatischen Medizin in Deutschland, und Professor Janz. Unter Professor Janz hatte er in den Jahren 1949 bis 1960 eine neurologisch-psychosomatische Abteilung aufgebaut und geführt.
1970/71 Mittels behutsam durchgeführter Modernisierungsmaßnahmen wurde die Einrichtung durch Einbauten von Aufzug, Liegehallen und Bädern den gestiegenen Anforderungen angepasst. Im Marstall wurde ein Turnsaal eingerichtet, davor wurden Plätze für Sport und Spiel angelegt. Es entstand zwischen Marstall und Schloss ein Bewegungsbad; eine Wassertretanlage und ein Minigolfplatz kamen dazu.
1973 Am 1. Januar 1973 trat Herr Dr. med. W. Kemmann, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, die Nachfolge von Dr. med. habil. Wolfgang Quensel an. Dr. Kemmann brachte eine breite Erfahrung aus eigener Praxis und leitender Tätigkeit in einer ähnlich gelagerten Institution sowie Verwendung auf Ministeriumsebene mit. Er führte die psychosomatische Ausrichtung der Klinik weiter.
1974 Gestiegene Ansprüche an die Therapie und die Unterbringung der Patienten in Einzelzimmern führten 1974/75 zur Errichtung eines ersten Neubaus (Haus Süd). Der Architektengruppe Schweitzer / Laage aus Braunschweig gelang es, einen Baukörper zu erstellen, der den Anforderungen der neuen Nutzung, dem besonderen Charakter des Ensembles Waldleiningen und den Belangen des Denkmal- und Landschaftsschutzes gerecht wurde. Am 10. Oktober 1975 konnte der Neubau gemeinsam mit den Landesversicherungsanstalten eingeweiht werden.
1975 bis 1988 Jetzt galt es, das Therapieangebot an die neuen Möglichkeiten der Psychosomatischen Klinik Schloss Waldleiningen anzupassen und vor allem das psychotherapeutische Behandlungsangebot zu erweitern. Änderungen in der Gesetzgebung (Wegfall der Möglichkeit von vorbeugenden Heilbehandlungen) führten zur 1. Reha-Krise (1982/83) und damit verbunden der Notwendigkeit zu Anpassungen. Das durch langjährige erfolgreiche Arbeit zuvor aufgebaute Vertrauensverhältnis zu den Kostenträgern trug mit dazu bei, dass bereits im Folgejahr die Krise überwunden werden konnte.
1988 Eine neue ärztliche Leitung übernahm das Haus: Dr. med. S. Gelbhaar und Dr. med. P. Scharf, beide Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie.
1989/1990 In diesen Jahren wurde der zweite Neubau erstellt (Haus Ost). Er umfasste eine zeitgemäße physiotherapeutische Ausstattung (u. a. Fitnessraum) und eine neue physikalische Therapie für Nass- und Trockenanwendungen. Der gleichzeitige Neubau der Küche in architektonischer Anbindung an das Schlossgebäude, schuf die Voraussetzungen für ein differenziertes Angebot von Mahlzeiten und Sonderkostformen.
1992/1993 Nun galt es, im Schlossgebäude Umbauten vorzunehmen: Es waren neue Therapieräume, Dienstzimmer für Ärzte und Psychologen sowie für die Verwaltung einzurichten. Die Ausstattung der Küche und der Verwaltung mit EDV-Arbeitsplätzen führte zu weiteren tiefgreifenden Modernisierungsarbeiten an dem historischen Gebäude.
1994/1995 Nachdem sich die mangelnde Information und Motivation zahlreicher Rehabilitanden bezüglich psychosomatischer Erkrankungen über lange Zeit als Hindernis einer erfolgreichen Rehabilitation herausgestellt hatte, wurde unter der Trägerschaft der Rentenversicherung Baden ein Verbesserungsprojekt entwickelt. Die Konzeption der Studie „Motivationsverbesserung im Vorfeld stationärer psychosomatischer Rehabilitation“ erfolgte 1994/1995 in Zusammenarbeit mit dem Rehawissenschaftlichen Forschungsinstitut Bad Säckingen (Dr. Gerdes).
1996 Das Gesetz zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung führte zur 2. Reha-Krise. Die Belegung des Hauses ging bis auf 60% zurück. Neben Arbeitszeitreduzierung und Personalanpassungen entwickelte man zur Bewältigung der Krise eine neue therapeutische Gesamtstruktur, mit der die Fachklinik auf ein gruppenpsychotherapeutisches Konzept umgestellt wurde. Dabei galt es die drei wissenschaftlich als wirksam anerkannten Therapieverfahren – Verhaltenstherapie, psychodynamische Therapie und Familientherapie - in einem integrativen Ansatz zusammenzuführen und durch körperpsychotherapeutische Maßnahmen zu ergänzen.
1998 wurden erste Zwischenergebnisse der Studie auf dem „Europäischen Kongress für Rehabilitationsforschung“ (ECRR) im Juni 1998 in Berlin vorgestellt. Nach positiven Zwischenergebnissen, die eine statistisch bedeutsame Verbesserung von Motivation und Behandlungserfolg durch eine fünf Tage dauernde Motivationsphase zu Behandlungsbeginn zeigten, wurden ab Ende 1998 alle Rehabilitanden in das Gruppen-Motivationsprogramm einbezogen und dieses in das bestehende Gruppenkonzept integriert. Seit 1999 war Dr. med. S. Gelbhaar, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, alleiniger ärztlicher Leiter.
2005 bis 2011 Das Haus Süd und die Zimmer im Westflügel des Schlosses wurden einschließlich der sanitären Einrichtungen renoviert, ebenso das Bewegungsbad und die Wasseraufarbeitungsanlage der eigenen Quelle baulich und technisch grundlegend erneuert. Die gesamte Anlage der Fachklinik wird seit 2007 von einer umweltfreundlichen und effizienten Heizungsanlage erwärmt, die mit Holzhackschnitzeln aus den Wäldern der Region betrieben wird.
2011 Seit diesem Jahr liegt die ärztliche Leitung in den Händen von G. Blömer. Er ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Stellvertretender Chefarzt und Oberarzt ist Dr. med. P. Schuh, Facharzt für Innere Medizin und Psychotherapeutische Medizin. Das Rückgrat unserer erfolgreichen Klinik bilden unsere engagierten und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den verschiedenen Abteilungen, die sich mit viel Hingabe und hoher fachlicher sowie sozialer Kompetenz um die Behandlung und das Wohlergehen der uns anvertrauten Patienten kümmern.
Reha lohnt sich für die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen... ...weil durch gezielte Vorsorge Krankheiten und krankheitsbedingte berufliche Ausfälle sowie frühzeitige Rente und Pflege vermieden werden können. ...weil eine schnellere Eingliederung in den beruflichen und privaten Alltag erfolgt. Unter diesem Blickwinkel wird unser Haus weiterhin als zuverlässiger und kompetenter Partner zur Verfügung stehen und sich als moderne psychosomatische Klinik weiterentwickeln. Den Auftrag, seelisch erkrankte und hilfebedürftige Menschen erfolgreich zu behandeln, möchten wir als Verpflichtung für die Zukunft sehen.